Der Garten durchs Jahr – dein Pflanz- und Pflegekalender von Januar bis Dezember

Der Garten durchs Jahr – dein Pflanz- und Pflegekalender von Januar bis Dezember

Ein Garten funktioniert nicht nach Kalenderwochen, sondern nach Licht, Temperatur und Boden. Trotzdem hilft ein Jahresüberblick, um zur richtigen Zeit das Richtige zu tun. Wer weiß, welche Pflanzen wann gesetzt, gepflegt oder in Ruhe gelassen werden sollten, arbeitet mit der Natur statt gegen sie. Dieser Kalender gibt dir eine konkrete Orientierung durch das Gartenjahr und zeigt, welche Pflanzen sich in den einzelnen Monaten besonders eignen.

Januar und Februar – Ruhe, Kontrolle und Planung

Im Garten herrscht äußerlich Ruhe, doch unter der Erde sind Wurzeln und Bodenorganismen weiterhin aktiv. Jetzt wird nichts gepflanzt, aber einiges vorbereitet. Kübelpflanzen wie Olivenbaum, Oleander oder Lorbeer sollten an frostfreien Tagen kontrolliert und bei Bedarf leicht gegossen werden.

Gehölze wie Apfel, Birne, Johannisbeere oder Haselnuss können an frostfreien Tagen noch gepflanzt werden, sofern der Boden offen ist. Diese Pflanzen nutzen den Winter, um Wurzeln zu bilden, auch wenn oberirdisch nichts passiert.

Jetzt ist außerdem der richtige Zeitpunkt, um Saatgut zu prüfen und die kommende Saison zu planen. Besonders geeignet für die frühe Planung sind Gemüse wie Tomaten, Paprika, Zucchini und Kürbis, die später vorgezogen werden.

März und April – erste Pflanzungen und sanfter Start

Sobald der Boden sich erwärmt, beginnt der sichtbare Neustart. Stauden wie Lavendel, Salbei, Katzenminze oder Frauenmantel treiben aus und können jetzt zurückgeschnitten werden, sobald neue Triebe sichtbar sind.

Im Beet lassen sich jetzt robuste Gemüse säen. Dazu gehören Spinat, Radieschen, Pflücksalat, Mangold und Möhren. Auch Zwiebeln und Knoblauch können gesetzt werden, falls das im Herbst noch nicht geschehen ist.

Sträucher wie Forsythie, Flieder oder Sommerflieder können jetzt gepflanzt werden. Der Boden ist feucht und die Pflanzen haben ausreichend Zeit, anzuwachsen, bevor die Hitze kommt.

Mai und Juni – Hauptpflanzzeit und Wachstum

Jetzt ist die aktivste Phase im Gartenjahr. Frostempfindliche Pflanzen dürfen nach den Eisheiligen ins Freie. Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini kommen ins Beet oder Hochbeet. Kräuter wie Basilikum, Petersilie und Schnittlauch wachsen jetzt besonders gut.

Stauden wie Sonnenhut, Rittersporn, Phlox oder Storchschnabel können jetzt gepflanzt werden und entwickeln sich bei guter Wasserversorgung zuverlässig. Auch Gräser wie Lampenputzergras oder Reitgras finden jetzt ideale Bedingungen.

Mulch aus Rasenschnitt oder Laub schützt den Boden und hält Feuchtigkeit. Wer jetzt sorgfältig pflanzt und mulcht, reduziert den Pflegeaufwand im Sommer deutlich.

Juli und August – pflegen, ernten, stabilisieren

Im Hochsommer geht es weniger um neue Pflanzungen, sondern um Erhalt. Geerntet werden Tomaten, Zucchini, Bohnen, Salate und Kräuter. Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Oregano können jetzt geschnitten und getrocknet werden.

Nachgesät werden können Feldsalat, Rucola und Spinat für die Herbsternte. Stauden werden nicht umgesetzt, sondern lediglich gepflegt. Verblühtes kann zurückgeschnitten werden, wenn keine Samenstände gewünscht sind.

Besonders wichtig ist jetzt ein durchdachtes Wassermanagement. Tiefes, seltenes Gießen stärkt die Wurzeln besser als tägliches Wässern.

September und Oktober – pflanzen, teilen und vorbereiten

Der Herbst ist eine der besten Pflanzzeiten im Jahr. Der Boden ist warm, die Luft feuchter und der Stress für Pflanzen geringer. Stauden wie Taglilien, Astern, Phlox oder Frauenmantel können jetzt geteilt und neu gesetzt werden.

Gehölze wie Rosen, Heckenpflanzen, Obstbäume und Beerensträucher profitieren besonders von einer Herbstpflanzung. Auch Blumenzwiebeln wie Tulpen, Narzissen, Krokusse und Allium werden jetzt gesetzt und legen den Grundstein für den Frühling.

Laub darf in Beeten liegen bleiben. Es schützt den Boden und wird langsam zu Humus. Empfindliche Pflanzen können mit einer Schicht aus Laub oder Reisig geschützt werden.

November und Dezember – schützen und loslassen

Jetzt zieht sich der Garten sichtbar zurück. Stauden wie Sonnenhut, Fetthenne oder Gräser bleiben stehen und dienen als Schutz und Lebensraum. Der Rückschnitt erfolgt erst im Frühjahr.

Kübelpflanzen werden vor Frost geschützt. Töpfe mit Lavendel, Oleander oder Zitruspflanzen profitieren von einer Umwicklung aus Jute, Kokosmatten oder Vlies. Das schützt die Wurzeln vor starkem Durchfrieren und Austrocknung.

Gegossen wird nur an frostfreien Tagen und sehr sparsam. Der Garten braucht jetzt keine Eingriffe, sondern Ruhe.

Fazit

Ein Pflanzkalender ist kein starres Regelwerk, sondern eine Orientierung. Der Garten zeigt selbst, wann er bereit ist für den nächsten Schritt. Wer lernt, diese Signale zu lesen, pflanzt zur richtigen Zeit, pflegt mit Maß und lässt im richtigen Moment los.

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